Mit PoE bei Überwachungskameras zur "Ein-Stecker-Lösung"

Es ist noch nicht allzu lange her, da waren in der Kameratechnik die verschiedensten Stecker und Kabel in Verwendung. Klassische Analoge Überwachungskameras nutzen meist ein Videokabel vom Typ RG59 mit sogenannten BNC-Steckern und zusätzlich eine Leitung für die Stromversorgung. Mitunter waren auch AV-Kabel im Einsatz, die man hauptsächlich aus der privaten Videotechnik (Stichwort: Videorekorder) kannte. Mit zunehmender Verbreitung von IP Überwachungskameras hielten schließlich Netzwerkkabel mit RJ45-Steckern Einzug, mit der auch Computer in das Netzwerk eingeklinkt werden. Trotzdem war oft noch eine separate Stromversorgung mit einer separaten Leitung erforderlich. PoE macht dies nun überflüssig.

Was ist PoE?

PoE steht für "Power over Ethernet", also Stromversorgung über das Netzwerk. Am Netzwerk hängt eine IP Kamera sowieso schon, weil sie über diese Leitung das Videosignal digital überträgt. Statt nun noch einen Stecker für die Stromversorgung über ein separates Netzteil in der Kamera einzustecken, wird der Strom einfach mit über das Netzwerkkabel geliefert. Sowohl das Videosignal als auch die Stromversorgung erfolgen also über das gleiche Kabel.

Technische Voraussetzungen für PoE

Zunächst einmal muss die IP Überwachungskamera natürlich PoE-fähig sein, also den Strom über das Netzwerkkabel aufnehmen können. Im AUDIVI Shop bekommen Sie diese Kameras über die entsprechenden Filter sehr schnell angezeigt. Ein spzielles Netzerkkabel ist für die Nutzung nicht erforderlich, handelsübliche Cat 5, Cat 6 oder Cat 7 Kabel genügen, der übliche RJ45 Anschluss reicht ebenso aus. Eine spezielle Anforderung an das Netzwerk stellen PoE Kameras dann aber doch: der Strom für die Kamera muss irgendwie ins Netzwerk, denn normalerweise fließen über Netzwerkleitungen ja nur Daten und kein Verbrauchsstrom für angeschlossene Geräte.

Um den Strom ins Netzwerk und an die Kamera zu bekommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Oft verwendet werden sogenannte PoE Switches, die optisch wie normale Netzwerk Switches aussehen, aber entweder an allen oder an bestimmten Buchsen Strom einspeisen. Mit solchen Geräten erschlagen Sie gleich zwei Aufgaben. Zum einen wird das Videosignal der Kamera im Netzwerk verteilt und zum anderen versorgt der PoE Switch Ihre Kamera mit Strom. Hier gilt es aber darauf zu achten, dass der PoE Switch die erforderliche Leistung bringt, denn sind viele Kameras angeschlossen oder gilt es weitere Distanzen zu überbrücken, muss am einen Ende ausreichend eingespeist werden, damit am anderen Ende noch etwas ankommt.

PoE Midspans - flexible Unterstützer

Eine Alternative zu dem erwähnten PoE Switch ist der Einsatz sogenannter PoE Midspans oder PoE Injektoren. Diese Geräte übernehmen keine "Managementfunktion" wie ein Switch und kümmern sich wenig um das Videosignal. Sie schleusen lediglich Strom in das Netzwerk ein, um die Überwachungskamera zu versorgen. Vom Aufbau her werden Midspans oder Injektoren auf der jeweiligen Leitung zur Kamera zwischengeschaltet. Das Netzwerkkabel geht an einer Buchse in den Midspan und verlässt ihn über die zweite Buchse wieder. Das Videosignal wird also nur durchgeschleust und um den Versorgungsstrom für die Kamera "angereichert".

Der Vorteil dieser Midspans liegt in ihrer Flexibilität, denn sie können quasi überall dort einfach zwischengeschaltet werden, wo man sie braucht. Ein PoE Switch, der am Ende des Kamerakabels arbeitet, mag bei größeren Distanzen Schwierigkeiten haben, die Kamera mit ausreichender Leistung zu versorgen. Ein Midspan kann kurz vor der Kamera angebracht werden und hat durch weit weniger Leistungsverlust. Auch Midspans und Injektoren gibt es in verschiedenen Leistungsstufen, um auch größere Entfernungen und längere Leitungen abdecken zu können.

Die Sache mit der Reichweite

Natürlich gelten die Gesetze der Physik auch für Power Over Ethernet und der Widerstand einer langen Netzwerk-Leitung sorgt dafür, dass am Ende unter Umständen nicht mehr die nötige Leistung ankommt, die für den Betrieb der Netzwerkkamera erforderlich ist. Als groben Richtwert kann man beim Einsatz eines PoE Switches von einer maximalen Reichweite von 100 Metern ausgehen, bis zu der eine PoE fähige Kamera versorgt werden kann.

Und was, wenn die Kamera weiter entfernt ist? Hier kann man sich mit PoE Extendern oder eben den oben erwähnten Midspans in direkter Nähe zur Kamera behelfen, die dann auch einen (im vergleich zu einem normalen Switch meist teureren PoE Switch) überflüssig machen. Das alles natürlich immer in Abhängigkeit vom Verbraucher am anderen Ende der Leitung. Ist dieser energiehungrig, kann ein zu klein dimensionierter Midspan selbst direkt neben der Kamera nichts mehr ausrichten.

Am besten ist hier eine individuelle Beratung im Einzelfall, um mitunter teure Installationsfehler zu vermeiden. Das AUDIVI Team berät sie gerne und kostenlos - ein Anruf genügt!

Tags: PoE, IP Kamera

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