Videoüberwachung beim Privathaus - das Eigenheim mit Kameras sichern

Noch vor einigen Jahren begegnete man Überwachungskameras höchstens in Banken oder an der Fassade von Regierungsgebäuden, aber an Privathäusern auf sie zu stoßen war eher unwahrscheinlich. Dies hatte vor allem zwei Gründe: Die Installation von Überwachungskameras war kompliziert und sie war teuer. Die gute Nachricht: Heute ist bei beidem das Gegenteil der Fall. Welche Möglichkeiten Privatpersonen haben, um ihr Privatanwesen mit Kameras zu überwachen und auf was zu achten ist, zeigt der heutige Blogbeitrag.

Günstige Überwachungskameras - mittlerweile durchaus möglich

Die Überschrift gilt es zu relativieren: Günstige Überwachungskameras gab es schon immer, leider aber dann mit der entsprechenden Qualität. Mittlerweile hat sich die Bildqualität und auch der Funktionsumfang schon in der Einstiegsklasse derart erhöht, dass Profi-Technik nun auch für die Heimanwendung sehr erschwinglich geworden ist. Für Kameras mit hoher Auflösung, einer Lichtempfindlichkeit mit der auch noch bei Dämmerung brauchbare Bilder möglich sind und einem ordentlichen Objektiv, waren noch vor einigen Jahren schnell vierstellige Beträge fällig.

Natürlich markiert die Kamera selbst dabei nur den Einstieg. Während aktuelle Modelle die Beleuchtung durch intergrierte Infrarot-LEDs gleich mitbringen, waren vorher separate IR-Strahler die Regel, wollte man nachts zumindest einige Meter weit schauen. Dieses Zubehör schlug ebenso zu Buche wie die für den Betrieb notwendige RG59-Videoleitung, die mittlerweile immer seltener im Einsatz ist und zunehmend durch IP-Netzwerke ersetzt wird. Kurzum: Es gibt nunmehr selbst in der Einsteigerklasse sehr leistungsfähige Geräte.

LAN, WLAN oder doch lieber Videokabel?

Diese Auswahl hat man noch nicht allzu lange. Früher war eine separate Videoleitung für die Überwachungskameras üblich. Durch das immer breitere Angebot an IP-Kameras sind analoge Kameras mit Videoleitung ziemlich in den Hintergrund getreten. Verständlich, denn LAN-Kabel oder eine Abdeckung durch das WLAN-Netz sind im Privatheim meistens schon vorhanden und können durch IP-Kameras genutzt werden. Eine Videoleitung muss hingegen erst - oft mühsam - verlegt werden.

Anzunehmen, dass eine separate Videoleitung nur Nachteile hätte, wäre allerdings zu kurz gesprungen. Koppelt man das Videonetz ab und verzichtet auf die Nutzung des IP-Netzes, hat man keine Bandbreitenprobleme im Heimnetz, da sich die beiden Signale nicht eine Leitung teilen müssen. Verzichtet man auch auf den zumeist möglichen Zugriff auf den Rekorder über das Netzwerk, hat diese Infrastruktur einen weiteren Vorteil: Sie kann nicht von außen gehackt werden. Einer der unbestreitbaren Vorteile der analogen Welt.

Überwachungskameras für Innen und Außen

Je nachdem welcher Bereich durch die Kamera überwacht werden soll, kommen unterschiedliche Kameratypen zum Einsatz. Eine sehr grundsätzliche Unterscheidung ergibt sich bei der Frage, ob die Kamera im Außenbereich angebracht werden soll (Giebel, Gartenmauer, Vordach etc.) oder im Innenbereich (einzelne Räume). Man muss sich hier bewusst machen, dass Elektronik und freie Natur immer eine eher ungünstige Kombination darstellt. Empfindliche Bauteile sind ohne entsprechendem Schutz Wind und Wetter ausgesetzt, aggresiver UV-Strahlung und Insekten mit Nestbautrieb. Aus diesem Grunde sind Außenkameras auch robuster gebaut und in der Regel teurer als die etwas "zarteren" Kollegen für den Innenbereich.

Die widrigen Umstände im Freien lassen sich durch die Wahl des richtigen Installationsortes abmildern. Wählen Sie nach Möglichkeit Stellen ohne starkes Gegenlicht (z. B. direkte Sonneneinstrahlung), gehen Sie Schlagregen aus dem Weg, der in das Gehäuse eindringen könnte und befestigen Sie die Kamera am besten in einer Höhe, in der sie nicht schon mit der bloßen Hand zu erreichen ist (man muss es Einbrechern ja nicht zu einfach machen).

Nachtaufnahmen mit Überwachungskameras - der Prüfstein

Beim Thema "Bildqualität bei Nachtaufnahmen" teilt sich oft die Spreu vom Weizen. Hier entscheidet sich, ob es sich um eine quasi blinde Billig-Kamera handelt, die bei Dunkelheit nur so weit sieht, wie es ihr die eingebauten Infrarot-Funzeln erlauben oder ob sie wirklich das maximal Mögliche aus dem Restlicht herausholt. Auch hier hat sich viel getan in den letzten Jahren. Die bei vielen Modellen standardmäßig direkt im Kameragehäuse verbauten Infrarot-LEDs haben beachtliche Reichweiten und leuchten nicht selten einen Bereich von 10 bis 30 Metern aus. Aufnahmen sind in dieser Zone dann auch bei völliger Dunkelheit möglich.

Allerdings schaltet das Bild bei Aktivierung der künstlichen Beleuchtung auf schwarz/weiß um. Wer so lange wie möglich auch bei schlechten Lichtverhältnissen ein Farbbild genießen möchte, sollte sich für ein Kameramodell mit möglichst hoher Lichtempfindlichkeit (gemessen in Lux) entscheiden, denn dann schaltet sie die Beleuchtung umso später zu - umso länger damit auch das Farbbild.

Stromversorgung der Überwachungskameras

Auch wenn wir aufgrund der manchmal schwankenden Übertragungsqualität davor abraten, ist es durchaus möglich, dass WLAN-Kameras zum Einsatz kommen. Keine Frage: Wer auf diese Technik setzt, spart sich das Verlegen der Video- bzw. Datenleitung und das kann es manchmal in sich haben. Sofern die Kamera aber dauerhaft installiert werden soll und Sie deshalb nicht auf batteriebetriebene Überwachungskameras zurückgreifen möchten, benötigen Sie eine Stromleitung zur Kamera.

Hier gibt es durchaus Fälle, in denen man die Kamera "ab Steckdose" über einen Adapter bzw. ein Netzteil mit Strom versorgen kann, meisten jedoch wird eine 230-Volt-Leitung direkt bis zur Kamera gezogen und mit Netzteilen gearbeitet, die in der Kamera, im Gehäuse oder dem Montagesockel verbaut sind. Wir können nur dringend raten, solche Arbeiten von einem Fachbetrieb erledigen zu lassen. Dies wird wie gesagt hauptsächlich beim Einsatz von WLAN-Kameras relevant. In allen anderen Fällen hat sich bei der digitalen IP-Kameratechnik die Stromversorgung über PoE (Power Over Ethernet) bewährt. Diese Technik stellt die Spannungsversorgung der Kamera über das LAN-Kabel sicher, womit eine separate Leitung für den Strom entfällt.

Achten Sie dabei jedoch für die ausreichende Dimensionierung Ihres PoE-Switches oder des richtigen PoE-Injektors. Gerade bei der Absicherung großer Privatgrundstücke mit entsprechenden Kabellängen kann es sein, dass nicht mehr viel an der Kamera ankommt. Sie sehen schon: Das A und O bei der Installation von Videotechnik für das Privatanwesen ist eine rechtzeitige und umfassende Planung. Gerne unterstützte Sie das Team von AUDIVI dabei - ein Anruf genügt!

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